Lied zum Gospelchorausflug
nach Prad am 07./08.06.2008

Eine Chorfahrt, die ist lustig
(Melodie: eine Seefahrt, die ist lustig ...)

Eine Chorfahrt, die ist lustig,
eine Chorfahrt, die ist schön;
denn da kann man fremde Betten
und noch manches andre sehn.
Hollahi, hollaho ...

Darf der Georg nicht ins Zimmer,
weil Akira schon tief schläft;
klopft er an bei 85
und die Nacht wird wunderschön.
Hollahi, hollaho ...

Ja, ein Bett, das war vorhanden,
doch die Decke dazu fehlt;
doch der Georg nicht verlegen,
sich ins Handtuch reingelegt.
Hollahi, hollaho ...

Doch das Duschen bei den Damen
war dem Georg nicht geheuer,
und er machte sich sogleich
auf ins nächste Abenteuer.
Hollahi, hollaho ...

Der Akira schläft und schlummert,
was hat er sich nur gedacht;
das Gespött wird immer größer,
ja was haben wir gelacht!
Hollahi, hollaho ...
gedichtet für Georg Betzner und Akira Sagawa von Marianne Ermark, Elke Erstling, Anneliese Maisch, Marion Rosenberger und Elke Straub
Am Samstag, den 07.06.08 herrschte bereits in aller Frühe reges Treiben vor dem Augustana-Zentrum. Der Gospelchor Joyful Voice machte sich mit Instrumentalisten und seinem Dirigenten Pfarrer Andreas Erstling auf seine lang geplante Fahrt in den Vinschgau. Die morgendliche Müdigkeit verursachte das erste Gelächter, als bei der Anwesenheitskontrolle unser Basssänger Peter in Petra (im Chor dann die vierte) umgetauft wurde. Nach Versuchen, den entgangenen Schlaf nachzuholen, fröhlicher Unterhaltung, zwei Rastpausen und dem Verzehr von vom Dirigenten gestifteten Seelen und Kaffee erreichten wir gegen 11:00 Uhr unsere erste Station Glurns, wo wir wie angemeldet das Mittagessen einnahmen.

Die Zeitspanne zwischen Essen und einer informativen Stadtführung wurde mit einem Spaziergang oder einem Mittagschläfchen in der inzwischen vorübergehend über die Wolken siegreichen Sonne überbrückt. Eine nette Führerin weihte uns dann in die offenen Geheimnisse des Ortes ein. Früher "das Dorf im Tal", vor ca. 700 Jahren zur Stadt erhoben, ist Glurns mit seinem mittelalterlichen Aussehen die kleinste Stadt Südtirols mit heute ca. 880 Einwohnern und die kleinste Stadt im Alpenraum mit durchgehend erhaltener Stadtmauer. Zur Weiterfahrt fanden sich fast alle pünktlich wieder am Bus ein. Nur zwei Damen hatte es ein kleines Schuhgeschäft so angetan, dass sie unbedingt den örtlichen Handel ankurbeln mußten. Natürlich kamen sie nicht umhin, die neue Errungenschaft im Bus zu präsentieren.

Durch das inzwischen wieder trübere Wetter war zunächst unklar, wo unser geplanter Auftritt in Mals, unserer nächsten Station, stattfinden sollte. Nach einigen Telefonaten war dann klar: wir singen im dortigen Kulturhaus. Der vor uns auftretende Obervinschgauer Jugendchor zeigte uns, wie man auch mit wenigen Sängern (7 Mädchen, 4 Jungs) stimmvoll auftreten kann. Nach unserem Programm ließen wir gemeinsam mit diesen jungen Sängern/innen das leider nicht sehr zahlreich besuchte Konzert mit "O Happy Day" ausklingen.
Eine kurze Fahrt brachte uns in unser Quartier in Prad, wo wir nach einem 4-Gänge-Menü den Tag in geselliger Runde ausklingen ließen. Ein paar ganz Müde verabschiedeten sich relativ bald in ihre Zimmer. Dabei klappte dummerweise die Organisation nicht in allen Fällen so, dass auch alle in den ihnen zugeteilten Betten nächtigen konnten. Akira S. fiel in einen so gesunden und tiefen Schlaf, dass er das lang anhaltende und immer stärker werdene Klopfen seines Zimmergenossen Georg einfach nicht hörte. Aus seiner Verlegenheit wurde Georg schließlich durch zwei noch wache Mit-Sängerinnen befreit, die eine der großzügigen Suiten mit mehreren Betten bewohnten, von denen allerdings nur zwei über Bettdecken verfügten. Also wurde kurzerhand ein Handtuch umfunktioniert und in Frottee gerollt konnte sich auch Georg endlich zur Ruhe begeben.

Diese war allerdings nicht sehr ausgiebig, denn nachdem bereits das Frühstück eingenommen und die Zimmer geräumt waren, fand am Sonntag morgen um 09:00 Uhr der Gottesdienst statt, den wir in der katholischen Kirche musikalisch umrahmten. Nach dem sehr lebendig gestalteten Gottesdienst, in dem unser Pfarrer gleich noch mit einer tragenden Rolle betraut wurde, fand sich Zeit für einen zweiten gemütlichen Kaffee und einen Rundgang durch Prad, bevor wir zu unserer letzten Station aufbrachen. In einem für Vereinsfeste wunderbar angelegten Areal in Schlanders fand eine Veranstaltung des Familienverbandes statt, der uns zu einem Auftritt eingeladen hatte und für unser leibliches Wohl sorgte. Als Kontrastprogramm zu einem volkstümlichen Duo brachten wir am frühen Nachmittag unsere Gospels zu Gehör. Gegen 15:00 Uhr wurde dann die Heimreise angetreten, damit die Fußballfans rechtzeitig zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei der EM 2008 vor den Fernsehgeräten sitzen konnten. Natürlich blieb es nicht aus, dass während bestimmte Situationen der beiden Tage immer wieder neues Gelächter auslösten, bis wir rechtzeitig kurz vor 20:00 Uhr Weißenhorn wieder erreichten, "müde, aber glücklich", wie Andreas Erstling in seinen Abschiedsworten formulierte und damit wohl allen aus dem Herzen sprach.

Hoffentlich bald einmal wieder wünscht sich neben vielen anderen Petra Paul

Joyful Voice on Tour
Ein Bericht von Petra Paul